Amazon will Paket per Drohnen schicken

Amazon - Paketversand per Drohne

Als führender Online-Marktplatz ist Amazon immer wieder für neue Ideen gut. So sorgte der Online-Händler bereits vor zwei Jahren mit seiner Meldung, Pakete in der Zukunft per Logistikdrohnen zuzustellen, für Aufsehen. Was sich nach Science Fiction anhört, ist bereits in der Probephase - Anfang 2015 erhielt Amazon von der US-Luftbehörde FAA die Genehmigung für Testflüge über Washington, die tagsüber stattfinden dürfen.

Octocopter sollen in 30 Minuten bestellte Ware an die Wunschadresse liefern

Octocopter nennen sich die Minidrohnen mit acht Propellern, die für Amazon innerhalb von 30 Minuten nach dem Bestellvorgang Pakete ausliefern sollen. Mit den Drohnen lassen sich Pakete mit einem Maximalgewicht von 2,3 kg transportieren. Startpunkt für die automatischen Minidrohnen, die über Navigationssystem, Sensoren und Kameras verfügen, soll das jeweils naheliegende Logistikcenter sein. Die Drohne platziert sich vor dem Förderband, über welches das auszuliefernde Paket läuft, greift sich das Paket selbstständig ab und legt es in ihr Paketfach ein. Dann hebt der fliegende Zustelldienst ab und soll in ca. 30 Minuten vor dem Haus oder im Garten des Kunden landen. Das Paketfach der Drohne öffnet sich automatisch und das Paket wird abgelegt, der Kunde erhält eine Nachricht auf sein Smartphone über die Ankunft des Paketes. So sieht die genaue Vorstellung über den Lieferdienst der Zukunft im Hause Amazon aus. Dieser besondere Service hat auch schon einen Namen: Prime Air.

Amazon will eine eigene Drohnenspur im Luftraum, wie das Management unlängst auf einer Konferenz der US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte. Demnach sollen der Luftraum für Flugzeuge, Lieferdrohnen und andere Drohnen anhand der Höhe aufgeteilt werden.

Bis dato sind die Lieferdrohnen von Amazon noch in der Testphase, eine Genehmigung für Testflüge über Washington mit einem Prototyp der Paketdrohne von Amazon liegt mittlerweile vor. Die Probeflüge sind tagsüber in einer maximalen Höhe von 122 Metern erlaubt, weiterhin müssen die Drohnen im Sichtfeld des agierenden Piloten bleiben.

Kritiker halten die geplante Luftzustellung für eine Luftblase, da sie weder technisch noch geografisch ausgereift ist, die Reichweite der Drohnen liegt derzeit bei unter 20 km, eine großflächige Belieferung kann so nicht realisiert werden. Noch dazu käme das Chaos am Himmel, wenn sich tausende von Minidrohen im Luftraum gegenseitig behindern.

Warenauslieferung doch lieber gleich mit der eigenen Flugzeugflotte?

Die Drohne noch in der Testphase, die Kritiken laut, da erreicht eine neue Meldung die Nachrichtenagenturen: Amazon plant eigene Flugzeugflotte mit geleasten Frachtflugzeugen zur Auslieferung von Waren. Das Unternehmen führt bereits Gespräche mit verschiedenen möglichen Kooperationspartnern, insbesondere die Boeing 767 ist als Flagschiff für Amazon-Pakete angedacht.

Zukunftsmusik, die den Zustelldiensten nicht gefällt

Eine Reihe von Zustelldiensten befördert die Pakete von Amazon weltweit. Dementsprechend hat die Nachricht über die Paketauslieferung per Drohnen nicht gerade für Freudenschreie bei Hermes, DPD, UPS, etc. gesorgt, vielmehr für erstauntes Entsetzen. Jeff Bezos, Gründer von Amazon und Head of Innovation, sieht nicht nur die Vorteile für den Kunden in der digitalen und vollvernetzten Welt, sondern betont auch, dass die Beförderung von Paketen via Drohnen weitaus umweltfreundlicher ist, als auf dem herkömmlichen Weg.

Im besonderen Fokus steht jedoch in der Tat, sei es bei der geplanten Drohne oder der eigenen Flugzeugflotte, dass Amazon sich in Sachen Warenauslieferung von den großen Logistikunternehmen befreien möchte. Das stetig steigende Versandvolumen könne durch die Zustelldienste nur noch mit Verzögerungen und Verspätungen bewältigt werden, was wiederum die Kunden verärgert.

Bei Amazon ist jedenfalls alles noch in der Schwebe und in der Plane - ob und wann die Drohne kommt ebenso, wie die Sache mit der eigenen Flugzeugflotte, wobei die Frachtflotte wahrscheinlich bei weiterem Anstieg des Versandvolumens die sinnvollere und realistischere Lösung wäre.